Bericht vom Standesamt in Dänemark

Wir fuhren am Sonntag, den 20.06.04 frühs los und waren nach etwa 11 1/2 h in Odense/Dänemark. Dort suchten wir uns eine Bleibe und erholten uns erstmal von den 1100 km Fahrt, die doch relativ anstrengend waren.

Montag Morgen brachten wir unsere Dokumente zum Standesamt. Dort wurde uns gesagt, dass die Dokumente geprüft würden und wir am Mittwoch Vormittag wiederkommen sollten. Ich war sehr froh, dass wir tatsächlich alle Dokumente hatten. Mir kam das so wenig vor - unsere Pässe, unsere Geburtsurkunden, Meldebescheinigungen und Ahmets Scheidungsurkunde, die wir aber schon vorher hingeschickt hatten - und irgendwie hatte ich immer Angst, dass etwas fehlt.

Wir hatten aber alles da und es hat alles gepasst. Mittwoch Vormittag wurde uns der Termin gegeben: Freitag, 25.06.2004, 11:15 h. Ahmet war total aufgeregt und zittrig, ich irgendwie noch gar nicht. Montag bis Mittwoch haben wir nicht viel unternommen. Ich hatte meine Mikrobiologie-Unterlagen dabei und habe für die darauffolgende Woche anstehende Masterprüfung gelernt. Ahmet hat derweil die Stadt, die übrigens wunderschön ist, unsicher gemacht. Leider war das Wetter die ganze Woche sehr schlecht, mit richtig penetrantem Regen, aber sowas kann man sich ja nicht aussuchen...

Donnerstag früh haben wir unsere zwei Trauzeugen Barbara und Stefan, ein befreundetes Paar, vom Bahnhof abgeholt. Sie waren am Vorabend um 18 h in München in den Zug gestiegen und kamen ausgeschlafen und entspannt in Odense an. Nachdem wir ihre Sachen im Zimmer untergebracht hatten, machten wir uns auf, die Stadt zu erkunden. Wir waren u.a. im Hans Christian Andersen Museum mit Geburtshaus und im Zoo von Odense, und natürlich haben wir uns die Innenstadt angesehen. Alles in allem ein toller Tag, der mit einem spannenden EM-Fussballabend mit dem Viertelfinale Portugal-England zu viert abgeschlossen wurde.

Freitag Morgen sind wir um 8 h aufgestanden. Ich hatte zu meinem Erstaunen sehr gut durchgeschlafen. Wir frühstückten alle zusammen und dann machten Ahmet und ich uns fertig. Zudem haben wir gleich alle Sachen wieder ins Auto gepackt. Um halb 11 hat Ahmet die Blumen abgeholt - ein wunderschoener Strauß, wenn man bedenkt, dass er der Verkäuferin zwei Tage vorher mit Händen und Füssen begreiflich gemacht hatte, was er denn eigentlich wollte. Dann sind wir auch schon zum Rathaus weitergefahren. Da es zwar zu dem Zeitpunkt noch nicht geregnet hatte, aber ich in meinem Kleid gefroren hätte, sind wir gleich rein und haben auch ein paar Fotos gemacht. Wir hatten noch gut eine halbe Stunde zu warten. Ich war immer noch nicht so wirklich aufgeregt, aber Ahmet war kurz vorm Umkippen.

Dann konnten wir in den Trausaal. Im Stadtführer hiess es, er wäre wunderschön - irgendwie habe ich davon nichts mehr mitbekommen. Habe wohl dann nicht mehr viel wahrgenommen. Die Trauung ging dann sehr schnell. Wir wurden nach unseren Namen gefragt. Dann wurde erst Ahmet gefragt, ob er mich zur Frau nehmen will - und er hat ja gesagt. Dann wurde ich gefragt - und die Zeit, bis ich das ja rausbrachte, hat für mich irgendwie eine halbe Ewigkeit gedauert. Ich hatte in dem Moment seltsamerweise totale Angst, dass ich die zwei Buchstaben nicht aneinander bekomme und alle auf mich warten. Aber ich hab's doch geschafft - und es ist wohl nur mir wie eine Ewigkeit vorgekommen. Danach sollten wir uns die Hände geben und es wurde uns gesagt, dass wir jetzt Mann und Frau sind. Endlich! Dann noch die Unterschriften, Gratulation der Standesbeamten, und das war's. Wir haben unsere Urkunde bekommen und waren verheiratet!

Es war zwar wie Fliessbandabfertigung (während wir noch ins Gästebuch schrieben, kam schon wieder das nachfolgende Paar raus), aber es war trotzdem wunderschoen. Und besonders schön war, dass wir doch nicht ganz alleine waren, sondern zwei ganz liebe Menschen bei uns hatten. Wir haben dann noch im Rathaus eine Reihe Fotos gemacht und sind dann Essen gegangen. Daraufhin fuhren wir am Nachmittag wieder gen Süden. Um halb fünf Uhr morgens waren wir endlich wieder daheim und fielen total fertig, aber unendlich glücklich ins Bett.